Welcome

30.09.2015 13:02 von Bärbel Röpke-Stieghorst

ScreenshotMit bescheidenem Handgepäck, Handy, Trauer, aber auch Hoffnungen kommen die Menschen in unser Land. Flüchtlinge werden sie genannt, was uns nicht gefällt. Denn die Bezeichnung macht Menschen zum Ding. Klingt Geflüchtete besser? Menschen kommen zu uns, aus schrecklichen Situationen und mit belastenden Erlebnissen.

Initiativen schießen aus dem Boden, die zeigen, dieses Land kann auch Willkommenskultur und Hilfe. Die Zivilgesellschaft schafft viel, agiert oftmals an der Trägheit von Behörden und Gesetzgebung vorbei. Das ist wunderbar.

Es gibt aber auch eine andere Seite. Die Seite jener, die offen ablehnen und vor Pöbelei oder Gewalt nicht zurückschrecken. Wer will das? Demokraten und Weltbürger sind gefordert, neu und deutlich zu denken, zu handeln und Demokratie und Menschlichkeit mit Leben zu füllen.

Und zwischen diesen Polen befinden sich die Verunsicherten. Ängste kursieren, nicht nur bei Neuankömmlingen in unserem Land. Auch bei unseren MitbürgerInnen, durchaus im Freundes- und Familienkreis, ein Zeichen des Vertrauens, wenn ein derartiges „Tabu“ in aufgeklärten Kreisen gesagt werden darf. Menschen fühlen sich irritiert und verunsichert durch ein verändertes Straßenbild, sensationsheischende Sprache oder Berichterstattung. Um so wichtiger wird jede kleine Initiative, vom Sticker „Welcome“ am Revers bis zum Engagement als ehrenamtlicher Deutschlehrer oder Begleiterin bei Behördengängen. Ebenso Aufklärung, Kommunikation, Begegnung.

Welcome – das ist mehr als ein Grußwort.

Welcome ist jene konstruktive Haltung, welche Verbundenheit, Menschlichkeit und Wissen signalisiert. Jenes Wissen, dass letztendlich der Wohlstand unserer begehrten Heimat internationale Wurzeln hat über preiswerte Bodenschätze, günstige Fabrikationskosten, Arbeitsverhältnisse ohne Sozialstandards in den Herkunftsländern der Geflüchteten. Aber auch jenes Wissen um Historie, Fakten, Lebenswirklichkeiten der aktuellen Wanderbewegung.

Wir haben uns einmal mit Welcome als Akronym versucht, um die Haltung zu tranpsortieren, die nicht nur uns am Herzen liegt:

Wissen
Engagement
Lernen
Courage
Offenheit
Miteinander
Entdecken

Was beim Fußball oder in Unternehmen immer mehr gang und gäbe ist, die bunte Kultur, darf doch auch in der Gesellschaft ankommen. Gut gestaltet und begleitet, achtsam kommuniziert und unterstützt, im gedeihlichen Rahmen von Demokratie, Respekt und Verbundenheit gepflanzt.

Wir sind stolz, dass unsere Heimatstadt sich als ein buntes und offenes Bielefeld zeigt. Und tragen gern unseren Part dazu bei, dass Ängste abgebaut und Verständigung gestärkt können. Und wir hoffen, dass die Politik sich beeilt, menschenwürdige Verfahren bereit zu stellen für all jene, die zu uns kommen.

Die Welt ist verbunden, nicht nur über das World Wide Web, auch durch internationale Geschäfts- und Freundesbeziehungen. Da können wir nicht zurückrudern. Wir finden, durch jene Themen, die unsere Nachrichten in diesem Jahr beherrschen wie Griechenlandkrise oder Flüchtlingsbewegungen, sind wir eingeladen, erneut und mit Herz UND Verstand über Menschlichkeit, Demokratie, Europa und unsere Vorstellungen eines gelingenden Miteinanders nachzudenken. Ernsthaft und auch kritisch, jedoch respektvoll und konstruktiv. Was wäre, wenn genau die aktuellen Nachrichten das Tor aufzeigen für eine neue Zeit? Wir gehen davon aus, jede Krise verweist auf das Neue, welches in die Welt kommen will. Willkommen Zukunft.

Allen großen und kleinen Initiativen für mehr Menschlichkeit, Willkommenskultur und gute Lösungen zollen wiran dieser Stelle mit Hochachtung unseren Respekt und Dank.

Für mehr Fakten und Transparenz haben uns folgende Filme gefallen:

Video „Darum muss Deutschland keine Angst vor Flüchtlingen haben“ der Süddeutschen Zeitung

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